Expressive Porträts – Im Gespräch mit Antje Linker-Wenzel

Antje Linker-Wenzel malt und zeichnet expressive Porträts. Das war aber nicht schon immer so. Eigentlich hätte es nach dem Abitur auf der Hand gelegen, dass Antje Linker-Wenzel Kunst studiert. Schon immer interessierte sie sich für Kunst, zeichnet und malte bereits als Kind. Aber es kam anders. Antje Linker-Wenzel absolvierte ihre erste Ausbildung in Werbung und Marketing. Später folgte ein Studium in Sozialen Verhaltenswissenschaften und eine Coaching-Ausbildung. Rückblickend vermisst die Künstlerin ihr Kunststudium aber keinesfalls. Denn so konnte sie ihren eigenen künstlerischen Weg suchen und finden.

Linker-Wenzel Gruene Frau-min

Der künstlerische Weg war unausweichlich

Das Wissen und die Erfahrungen aus den zuvor eingeschlagenen Wegen helfen Antje Linker-Wenzel heute oft weiter. Aber sie machten Antje Linker-Wenzel nicht richtig glücklich. Und so führte sie das Leben unausweichlich zurück zur Kunst.

„Kreatives Arbeiten mit dem Pinsel, Stift und Papier gibt mir Energie“.

Da sie mit dem Zeichnen und Malen eigentlich nie aufgehört und weiter Kurse belegt hatte, taten sich auf einmal Türen auf, die sie von der klassischen Malerei zum Porträtieren, dann zum Unterrichten und schließlich einer ersten Buchveröffentlichung führten.

Illustrated Journal: expressives Skizzenbuch

Zum Beispiel wurde sie Mitglied bei sketchbookskool.com, wo es um die tägliche Zeichenpraxis und das Führen eines Illustrated Journal ging. Das zeichnerische Festhalten alltäglicher Situationen und Szenerien in einem Skizzenbuch entsprach der Künstlerin sehr. Es kam ihrer Neigung entgegen, das Lebendige in einem lockeren, expressiven Stil festzuhalten. Sie setzt sich dabei bewusst mit Formen und Farben auseinander und teste die Grenzen des Unperfekten aus. Vermeintliche „Unfälle“ schätzt sie daher auch als willkommene Bereicherung ihrer Bilder.

„Die Grenzen des Unperfekten austesten“

Linker-Wenzel Lavieren USK-min

Interesse für die künstlerische Vielfalt

Antje Linker-Wenzel war jahrelang Schülerin von Detlef Becherer, einem Künstler in Duisburg, bei dem sie sich noch einmal grundlegende Techniken erarbeiten konnte. Diese setzte sie später in großformatige Bilder um – erst gegenständlich, dann abstrakt.
Beeinflusst hat sie auch der Künstler Felix Scheinberger mit seiner freien Art der Darstellung. Schon bei Sketchbookskool war das Credo „Draw what you see“, was auf Antje Linker-Wenzel nach eigener Aussage „total erfrischend“ wirkte.

Antje Linker-Wenzel, "Sophie Scholl"

Expressive Porträts im eigenen Stil: Ausdruck statt Perfektion

Die Künstlerin fand schließlich, was sie ansprach und was ihr eben auch entsprach: Ausdruck statt Perfektion! Und mit dieser Haltung stürzte sie sich dann noch einmal ganz neu in das Porträtzeichnen. Realistische Darstellungen hatten sie zuvor eher gelangweilt, jetzt wurde es für sie aber endlich spannend. Es entstanden ausdrucksstarke, lebendige expressive Porträts in vielfältigen Techniken.
Und es folgten alsbald Kurse, die die Künstlerin nun selbst gab. Und was ihr früher nach eigener Aussage eher schwerfiel – vor anderen Menschen frei zu sprechen – macht ihr heute nun „unglaublich Spaß“. Für Antje Linker-Wenzel ist es einfach schön und motivierend zu sehen, wie sie auch andere Menschen mit ihrer Freude am Zeichnen anstecken kann.

Der Glaube an die Kreativität jedes Einzelnen

Letztes gilt umso mehr, wenn Menschen sich zuvor für untalentiert hielten.

„Ich bin überzeugt davon: Jeder Mensch ist kreativ, wenn er es sich erlaubt und sich das entsprechende Umfeld sucht.“

Leider, so meint die Künstlerin, seien viele durch unser Schulsystem in einem Richtig-Falsch- oder Gut-Schlecht-Denken gefangen. Dazu käme dann noch der „Mythos von Wunderkindern und Talent“. Dies sei wissenschaftlich zwar lange widerlegt, hält sich aber hartnäckig.

Herantasten und Ausprobieren

Niemand sieht „die vielen Versuche, die vor einem vermeintlichen Meisterwerk liegen, denn die werden nicht ausgestellt.“
Genau diese Versuche, dieses Herantasten und Ausprobieren, bedeuten aber, dass hier eben sehr lange im Vorfeld gearbeitet und geübt wurde. „Es kursiert die Zahl von 10.000 Stunden, die es braucht, bis zum soliden Können einer Disziplin oder Tätigkeit“ erklärt Antje Linker-Wenzel.
Mittlerweile gibt sie begeistert Präsenz- und Online-Kurse für artistravel und boesner, unterrichtet in einer Wohneinrichtung für Senior/innen und veranstaltet auch eigene Online-Kurse. Mit ihrem Unterricht möchte Antje Linker-Wenzel andere Menschen zu ihrem eigenen künstlerischen Ausdruck ermutigen.

„Die innere kritische Stimme auf Stumm schalten!“

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Eigenes Buch: „Porträtzeichnen ganz einfach“

Gerade erst hat die Künstlerin zudem ihr erstes Buch geschrieben: „Porträtzeichnen ganz einfach – Von der Kunst ausdrucksstarker Gesichter“. Es enthält all das, was sie nach eigener Aussage bislang in Büchern zu diesem Thema vermisst hat. Antje Linker-Wenzel möchte damit alle, die sich bis jetzt nicht an das Thema „Porträtzeichnung“ herangetraut haben, ermutigen, einfach loszulegen.

Künstlerin mit Mut zum Risiko …

Denn sie selbst liebt das spontane Herangehen und den lebendigen, lockeren Stil. Antje Linker-Wenzel sucht ganz bewusst das Experiment und riskiert dabei auch gern einmal etwas. Dieser Ansatz, dieser Mut zum Risiko, hat sich schon oft bewährt und gibt ihren Bildern erst die nötige Spannung.

Antje Linker-Wenzel

Antje Linker-Wenzel
Kaiserswerther Straße 258
D – 40474 Düsseldorf

Telefon +49 2 11 99 36 40 46
Fax +49 2 11 74 95 89 87

www.linker-wenzel.de

Antje Linker-Wenzel gibt Zeichenkurse in Düsseldorf, ebenso bei boesnerArtistravel und in der Kunstfabrik Hannover
Die Themen sind unter anderem Porträtzeichnen, Urban Sketching, Tiere, Sketch Your Home, Aquarell und Virtual Travelling. Auch ein Unterricht per Zoom ist möglich.

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