Tapeten – Kunst auf der Papierrolle

Bereits Madame de Pompadour wusste sie zu schätzen – die farbenprächtigen und oftmals mit exotischen Tiermotiven und Pflanzendekors ausgestatteten Szenerien auf kunstvollen Tapeten.  Besonders in Frankreich gehörte es im 18. Jahrhundert einfach zum guten Ton, seine Räumlichkeiten mit derartig kunstvollen Tapeten auszustatten. 
Beschäftigt man sich erst einmal mit dem Thema Tapetenkunst, ist man erstaunt über die Mustervielfalt und die hohe Qualität der Darstellungen und Szenerien.  Die Mechanisierung der Druckkunst lösten im 19. Jahrhundert schließlich die handgedruckten Papiertapeten ab und machte die Tapeten auch einer breiteren Bevölkerungsschicht zugänglich.

Auf diesem Tapetenentwurf von Walter Crane (1845 - 1915) stehen sich zwei Schwäne gegenüber, dazwischen Schilfhalme. Victoria and Albert Museum (Foto: public domain).
„Swan, Rush and Iris“. Entwurf von Walter Crane (1845 – 1915) für eine Sockeltapete. Gouache und Aquarell auf Papier. Victoria and Albert Museum (Foto: public domain).

Dekorative Kunst

Auch die Künstler des Jugendstils und des Art déco beschäftigten sich mit der Kunst auf der Papierrolle. Dies passte schließlich sehr gut zu dem Anspruch, Kunst und Handwerk miteinander zu verbinden und die Formensprache des Jugendstils in allen Lebensbereichen aufzugreifen. Überhaupt spiegelte das Design der Tapeten auch stets den jeweils vorherrschenden Kunststil wieder, ganz gleich ob Neoklassizismus, Historismus oder Jugendstil und Art déco.

Tapete „Jungle fever“, Élitis. Kunst im Alltag
Das Panoramabild „Jungle fever“ aus der Tapetenkollektion von Élitis ermöglicht es, sich die Dschungelwelt mit tropischen Pflanzen in faszinierenden Grüntönen in die eigenen vier Wände zu holen. (Foto: © Élitis)

Künstlerische Freiheit heute

Zur Zeit erlebt man ein Revival der Tapete in der Wohnkultur.  Zeitgenössische Tapetendesigner entwerfen wieder fantasievolle und teilweise im Handdruck erstellte Tapeten und ermöglichen so die flächendeckende Illusion von Gemälden, Naturszenerien und Mustern.  War es bei den Trompe-l’oeil- Effekten früher die Illusion von Seide, Spitze oder Naturgebilden, finden sich heute auch Graffiti-Darstellungen oder morbide Acrylstrukturen in den Designs der Tapeten wieder.

Zarte Kirschblüten auf der Tapete „Les cerisiers sauvages“ von Élitis lassen ein japanisch anmutendes Wandgemälde entstehen. (Foto: © Élitis)
Zarte Kirschblüten scheinen einem Kimono entsprungen zu sein und versetzen in das Land der aufgehenden Sonne: Die Tapetenkollektion „Les cerisiers sauvages“ von Élitis. (Foto: © Élitis)

Leben in Bildwerken

In der Kollektion der Firma Élitis beispielsweise erkennt man sowohl Inspirationen aus der Natur wie auch japanisch anmutende und geometrische, an Pop-Art erinnernde Muster. Selbst raffinierte Materialien wie oxidiertes Metall und Bananenblätter kommen auf den Tapeten, Wandverkleidungen und Panoramamotiven zum Einsatz. Panoramabilder in leuchtenden Farben und mit faszinierenden Oberflächenstrukturen versetzen den Bewohner in andere Welten. So kann man, wenn man mag, täglich in einem japanischen Garten erwachen oder den Blick auf einem Seerosenteich ruhen lassen – wunderschön einfach.  Mein persönlicher Favorit: eindeutig „Paris for ever“ aus der Serie Panoramique –  „I love Paris“ –  nicht nur am Morgen!

Panoramamotiv: „Paris for ever“ aus der Kollektion von Élitis zeigt den Eiffelturm als riesiges Tapetengemälde in leuchtenden Farben. (Foto: © Élitis)
„Paris for ever“, so lautet der passende Name dieser Kollektion von Élitis. Einer riesigen Schneekugel gleich ermöglicht das Panoramamotiv des Eiffelturms magische Parismomente in den eigenen vier Wänden. (Foto: © Élitis)

Stellt eine wunderbare Sammlung zur Geschichte der Tapete aus, das Tapetenmuseum im elsässischen Rixheim:

Musée du Papier Peint
Rixheim, France 
www.museepapierpeint.org
28 rue Zuber
68170 Rixheim

Alle Fotos (mit Ausnahme des Tapetenentwurfs „Swan, Rush and Iris“ von Walter Crane): Mit freundlicher Genehmigung der Firma Élitis.

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Eine Antwort auf „Tapeten – Kunst auf der Papierrolle“

  1. Der Handdruck sieht meisterhaft aus! Recht vielen Dank für die Idee zu unserem Wohnzimmer! So was könnte ja die Wand recht schmücken. Das macht das Zimmer ganz authentisch! Hut ab vor Kreativität!

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