Die Seele der Tiere – im Gespräch mit Beate Kuczera

Mit großen Augen schauen sie den Betrachter an, vertrauensvoll, fragend oder freudig, die Tierporträts von Beate Kuczera. Mit ihren Bildern möchte die Künstlerin den individuellen Charakter jedes dargestellten Tieres zum Ausdruck bringen. Dabei spricht aus den einfühlsam mit Pastellkreiden oder Aquarellfarben gemalten Werken eine tiefe Seelenverwandtschaft mit den tierischen Gefährten.

Beate Kuczera, Hund. Softpastell auf Velourpapier,
Beate Kuczera, "Alwin - Eurasier-Porträt". Softpastell auf Velourpapier, 30 x 40 cm

Absolute Leidenschaft

Beate Kuczera hat schon immer gern gemalt, seit sie von ihrem Vater die ersten Buntstifte geschenkt bekam. Seitdem zieht sich die Kunst wie ein roter Faden durch ihr Leben, vom Kunst-Leistungskurs über ein Studium Grafik-Design und Kunst.
Ihre absolute Leidenschaft, die Tiermalerei, entdeckte sie jedoch erst nach einigen Umwegen. Damals trat ein gar nicht so kleines Fellbündel in ihr Leben: Im Jahr 2006 bekam sie Alwin, einen kleinen Eurasier-Welpen, den sie als ihren „Seelenhund“ bezeichnet. Das erste Tierporträt, das sie malte, war seines.
In der Folge gründete Beate Kuczera ihr TIERKUNST Atelier und arbeitet heute als freiberufliche Malerin. Dabei gilt ihr Augenmerk ganz besonders Hunden, aber auch andere Tiere, wie Pferde und Katzen, bringt sie in ihrer einfühlsamen Malweise zu Papier.

Beate Kuczera, "Timbolino". Softpastell auf Velourpapier, 30 x 40 cm, 2018

Malen im Flow

In ihrem Atelier malt sie sowohl Bilder nach eigener Inspiration als auch Auftragsarbeiten. Doch sogar wenn sie an einem beauftragten Bild malt, kommt sie beim Malen wunderbar zur Ruhe. Dann ist sie im Flow, wie sie es nennt.

„Beim Malen bin ich vollkommen entspannt und ruhig und bei mir.“

Sobald sie Pinsel oder Pastellkreide in der Hand hält, schaltet sie automatisch alle anderen Gedanken ab. Meist liegt dann einer ihrer drei Hunde bei ihr im Atelier und leistet ihr Gesellschaft.

Beate Kuczera, Wolf. Softpastell auf Velourpapier,
Beate Kuczera, "Wolf". Softpastell auf Velourpapier, 24 x 30 cm, 2017

Softpastelle auf Velourpapier: weich und emotional

Über die Jahre hat sich die Künstlerin die verschiedensten Techniken angeeignet. Die meisten ihrer Bilder entstehen mit Softpastellen auf Verlourpapier. Aber auch mit Ölfarben auf Leinwand oder Holz sowie mit Aquarellfarben und Fineliner auf Papier malt sie viele Werke, je nach Motiv und auch nach den Wünschen ihrer Auftraggeber.

Beate Kuczera, Katze. Softpastell auf Velourpapier,
Beate Kuczera, "Katze". Softpastell auf Velourpapier, 30 x 40 cm, 2019

Am liebsten malt sie aber mit Softpastellen auf Velourpapier. Wenn man von Pastellmalerei spricht, ist meist das Malen mit Pastellen auf Sand- oder anderen strukturierten Papieren gemeint. Im Unterschied dazu zeichnet sich Velourpapier durch seine besondere, samtartige Oberfläche aus. Dadurch erhalten die Bilder eine einzigartig weiche Anmutung, fast wie eine mit Weichzeichner bearbeitete Fotografie. Dieser Effekt kommt vor allem dem weichen Fell der dargestellten Tiere zugute und vermittelt auch wunderbar den emotionalen Aspekt der Bilder.
Die meisten von Beate Kuczeras Pastellbildern entstehen in einem realistischen Malstil, denn sehr oft sind diese Bilder von Kunden beauftragt, die ihr Tier so natur- und detailgetreu wie möglich gemalt haben möchten. Ein bisschen Freiheit erlaubt sie sich aber dennoch und setzt hier und da die eine oder andere Farbnuance, die auf den ersten Blick etwas fremd wirken könnte. So entstehen individuelle, realistische Portraits mit künstlerisch-freier Note.

Beate Kuczera, "Eurasier", Softpastell auf Velourpapier
Beate Kuczera, "Eurasier", Softpastell auf Velour, 50 x 70 cm, 2019

Aquarell-Illustrationen: frei und farbenfroh

Viele ihrer Tierbilder sind aber auch Illustrationen mit Aquarellfarben, sei es für ihre Bücher oder für Kundenaufträge. Bei Aquarell bedingt schon das Medium ein höheres Maß an Freiheit, sodass man eher von einem halbrealistischen Stil sprechen kann. Auch die Brillanz und Leichtigkeit der Aquarellfarben lassen eine ganz andere Anmutung entstehen als bei den Softpastellen. Akzentuiert werden diese Illustrationen mit schwarzem Fineliner.

„Die Aquarelle sollen Spaß machen und das Auge erfreuen.“

Beate Kuczera, Illustration "Alwin Welpe". Aquarell und Fineliner auf Aquarellpapier
Beate Kuczera, Illustration "Alwin Welpe". Aquarell und Fineliner auf Aquarellpapier, 20 x 20 cm, 2020

Vielfältiges Material, viele Hersteller

Materialien und Farben gibt es unendlich am Markt. Da fällt es auch erfahrenen Künstlerinnen wie Beate Kuczera nicht leicht, das passende zu finden. Mit der Zeit hat sie sehr viel ausprobiert und bestimmte Vorlieben entwickelt:
Bei der Pastellmalerei benutzt sie am liebsten die halbweichen Rembrandt-Pastelle von Royal Talens, nachdem sie die Erfahrung gemacht hat, dass sich mit harten Pastellkreiden oder -stiften kaum auf Velourpapier malen lässt. Sehr weiche Pastelle benutzt sie meist nur für Hintergründe.

Beate Kuczera, Illustration "Sammy und Pauli", Aquarell und Fineliner auf Aquarellpapier, 24 x 30 cm, 2019

Für ihre Aquarell-Illustrationen verwendet sie am liebsten die Tuben-Aquarellfarben von Schmincke. Hier gibt es seit kurzem auch supergranulierende Farbtöne, die sehr reizvolle Ergebnisse ermöglichen.
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Bei ihren Ölbildern greift sie wieder auf Farben von Royal Talens zurück: Hier haben es ihr besonders die wasservermalbaren Cobra-Ölfarben angetan, weil sie den Geruch und den Lösungsmittelgehalt herkömmlicher Ölfarben unangenehm findet. Ein weiterer Vorteil von wasservermalbaren Ölfarben ist, dass man die Pinsel einfach mit Wasser auswaschen kann.

Beate Kuczera, "Für immer zusammen". Öl auf Leinwand
Beate Kuczera, "Für immer zusammen". Öl auf Leinwand, 20 x 20 cm, 2018

Einzigartiger als ein Foto

Beate Kuczeras Kunst setzt einen ganz eigenen Blick auf die Tiere und die Natur voraus: genau, einfühlsam und respektvoll. Ihr wichtigstes Anliegen ist dabei, die individuelle Persönlichkeit jedes Tieres zum Ausdruck zu bringen. So sind die Tierporträts, die sie für Kunden malt, für diese meist eine sehr emotionale Erinnerung an einen besonderen Gefährten.

„Schöner und einzigartiger als ein Foto. Handgemacht und ein künstlerisches Meisterwerk.“

Beate Kuczera liebt Tiere und die Natur. Mit ihrem Lebenspartner und den drei Samojeden Yuma, Takoda und Sunny ist sie viel in der Natur unterwegs: „Die unendliche Weite und Ruhe sind einfach atemberaubend.“ Außerdem hat einer ihrer Hunde eine Ausbildung im Mantrailing.
Sie gibt Malkurse in ihrem Atelier und Plein-Air-Kurse in ihrer Umgebung sowie als Dozentin bei Boesner.

Cover Die Abenteuer des Eurasiers Alwin, Beate Kuczera

Ihr erstes illustriertes Buch ist gerade erschienen: Die Abenteuer des Eurasiers Alwin. Ein Hundewelpe entdeckt die Welt“. Das Buch richtet sich an Tierliebhaber im Kinder- und Erwachsenenalter. Alle Illustrationen sind in Aquarell gemalt und mit Fineliner gezeichnet.

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2 Antworten auf „Die Seele der Tiere – im Gespräch mit Beate Kuczera“

    1. Hi und vielen Dank für deinen Kommentar! Meinst du der „Eurasier“, Softpastell auf Velour, 50 x 70 cm, 2019? Mit dem Baum rechts? Das habe ich nach einer Fotovorlage vom Besitzer des Hundes gemalt, ist eine echte Landschaft. Natürlich ein klein wenig mehr „Leben“ und „Farbigkeit“ dem ganzen von mir gegeben. Aber im Grunde ist es ein realer Lieblingsplatz von ihnen. Liebe Grüße, Beate

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