Malen im Flow – Ute Zander im Gespräch

Mit ihren Werken setzt Ute Zander spontan Eindrücke in Bildern um. Ihre Bilder entstehen im kreativen Flow und vermitteln eine ruhige, friedliche und vor allem positive Atmosphäre. Ihre Arbeiten sind sowohl gegenständlich als auch abstrakt. Häufig vereint sie dabei verschiedene Stilrichtungen und Techniken.

„Ich sehe meine Bilder vor meinem inneren Auge und transformiere diese auf die Leinwand. Ich male grundsätzlich nicht nach Vorlagen.
Ich male aus dem Herzen.“

Ute Zander, Ansichtssache
Ute Zander, "Ansichtssache", Gouache/Pigmente auf Rohleinen, 110 x 140 cm, 2014. In ihren Werken möchte Ute Zander oftmals eine ruhige Atmosphäre vermitteln.

Malen als Prozess

Ute Zander sieht das Malen als Prozess. So kann es sein, dass sich unter einer Landschaft ein Porträt verbirgt, welches nicht zur Vollendung gelangte, weil sich ein anderes Thema in den Vordergrund drängte. In ihrem Atelier stehen viele angefangene Werke, die darauf warten weiter bearbeitet zu werden. „Auch alles Angefangene oder wieder Verworfene ist ein Teil von uns und motiviert zum Weitermalen.“
Gerade erst ist die Künstlerin in ihr neues Atelier eingezogen. Die neuen Räumlichkeiten sind großzügig geschnitten und lichtdurchflutet. Das ist wichtig für Ute Zander, die am liebsten bei Tageslicht malt. „Ich bin nicht die klassische Malerin, die mit einer Flasche Rotwein bis in die Nacht pinselt“, erklärt sie nicht ganz ernst gemeint mit einem Augenzwinkern. Denn als Profi weiß sie um die hohen Anforderungen, die die Malerei an die Konzentration des Schaffenden stellt. Auf den 160qm der neuen Räumlichkeit bietet die Künstlerin zudem auch anderen Künstlern einen kreativen Raum und setzt hierbei auf Co-working und eine kreative Ateliergemeinschaft.

Ute Zander, Kamilari
Ute Zander, "Kamilari", Acryl auf Leinen, 70 x 70 cm, 2013. Die Künstlerin bevorzugt intensive leuchtende Farben.

Spontane Umsetzung und authentisches Arbeiten

Ihre Eindrücke setzt die naturverbundene Künstlerin oftmals spontan auf der Leinwand um, wobei ihr das Zusammenspiel von Farbe und Form, von Ruhe und Dynamik wichtig ist. Ihre positive Lebenseinstellung spiegelt sich in der intensiven, dabei aber harmonischen Farbgebung wider. Ute Zanders Werke weisen kräftige Farben auf, die sie in mehreren Schichten übereinanderlegt und so zu atmosphärischer Dichte vereint. In ihren Bildern verarbeitet sie Vieles – Gutes und Schlechtes, sehr häufig Alltägliches. Landschaften als Performance der Natur finden sich in ihrem Repertoire ebenso wieder wie Collagen oder reine Abstraktionen als Räume der Fantasie. Zum authentischen Arbeiten gehört für die Künstlerin dazu, sich auch mit nicht abgeschlossenen oder schwierigen Themen zu befassen. Denn ihre Werke legt sie aus sich heraus an. Ihre eigene Bilderwelt ist bei der Motivwahl maßgeblich. Die Malerei empfindet Ute Zander vor allem als Möglichkeit, sich selbst auszudrücken.

Ute Zander, Herbst
Ute Zander, "Herbst", Acryl auf Leinen, 100 x 160 cm, 2016. Ute Zander malt bis zu zehn Schichten.

Kreative Glücksmomente im Flow

Gerade in unserer schnelllebigen Zeit sieht Ute Zander in der Malerei die Möglichkeit, in sich hineinzuhorchen und zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit zu finden. Sie ist dabei ein entschiedener Gegner von Perfektionismus. Um Kreativspielräume zu entdecken und in den Flow zu kommen, müsse man vielmehr das Spielerische zulassen und auch den Mut zum Experiment mitbringen. Eine zu hohe Erwartungshaltung an sich selbst führt dagegen zu Blockaden. Die Künstlerin erlebt dies als langjährige Dozentin auch immer wieder in ihren Workshops. „Durch den spielerischen Umgang mit Farben und verschiedenen Techniken, die ich in solchen Fällen zum ‚Lockerwerden‘ demonstriere, verliert sich der Anspruch und führt letztlich zum Erfolg.“ In der Malerei geht es für die Künstlerin nicht um Leistung und Perfektion, sondern um Emotionen, Stimmungen und Szenen, die bildnerisch festgehalten werden.

Ute Zander, Am Fluss
Ute Zander, "Am Fluss", Acryl auf Leinen, 110 x 150 cm, 2012. Die Lieblingsfarben der Künstlerin sind Orange und Türkis.

Techniken mit Acrylfarbe

Die verschiedenen Techniken mit Acrylfarbe setzt die Künstlerin in ihrer ganzen Bandbreite ein und ist stets auch offen für neue Herangehensweisen. Sehr oft arbeitet sie dabei in Mischtechniken und verbindet auch zeichnerische Elemente mit der Malerei. Auch die Collage als kreatives Ausdrucksmittel nutzt sie gerne, um verschiedene Materialien und Acrylfarbe auf der Leinwand zu vereinen. Es geht ihr dabei um das Entdecken der eigenen Schöpfungsquelle ebenso wie um die Freude am künstlerischen Ausdruck. Überwiegend arbeitet die Künstlerin mit Acrylfarbe. Sie verwendet den Pinsel ebenso wie die Malspachtel oder die Farbwalze. Ute Zander arbeitet häufig lasierend in vielen Schichten, legt wieder frei und überarbeitet erneut. Die Kunst liegt für sie darin, scheinbar Zufälliges zu erkennen und herauszuarbeiten. Themen wie Komposition, Farbwirkungen und Bildaufbau sind zudem auch immer wiederkehrende Themen in ihren Kursen. Aber entscheidend für die Künstlerin ist letztlich der kreative Flow – Malen ist ein Prozess.

Ute Zander, Begegnungen

„Kreativität steckt in uns allen. Man muss sie nur entdecken und zulassen.“

Ute Zander

Ute Zander

Ute Zander
Atelier Nedderfeld 17 A
22529 Hamburg
0173 130 48 61
info@ute-zander.de
www.ute-zander.de

 

Ute Zander, 1967 in Hamburg geboren und aufgewachsen, arbeitet als freischaffende Künstlerin, ist Autorin mehrerer Bücher über Acrylmalerei und gibt als Dozentin seit fast 20 Jahren Malkurse und Workshops im In- und Ausland.
Mit ihren Werken hat sie an vielen nationalen und internationalen Ausstellungen teilgenommen und ist in verschiedenen Galerien vertreten.

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Eine Antwort auf „Malen im Flow – Ute Zander im Gespräch“

  1. Liebe Ute, erstmal vielen dank für den tollen Beitrag. Ich finde deine Bilder klasse und deine Aussage, das Kreativität in jedem Menschen steckt. Das gebe ich auch immer gerne weiter 🙂

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