Kunstformen der Natur

Das Museum Wiesbaden ehrt den Naturwissenschaftler Ernst Haeckel (1834-1919) im Jahr seines 100. Todestages mit einer dauerhaften Präsentation. Ab dem 29. Juni 2019 veranschaulichen Haeckels lithografische Bildtafeln ergänzt durch 3D-Modelle und Videomaterial auf 500qm Ausstellungsfläche das symmetrische Bauprinzip der Natur.

Eine Vitrine im Formensaal „Ästhetik der Natur“ mit verschiedenen Seesternen. (Foto: Museum Wiesbaden, Bernd Fickert)
Blick in eine Vitrine im Formensaal der "Ästhetik der Natur". (Foto: Museum Wiesbaden, Bernd Fickert)

Schnittstelle zwischen Form und Natur

Das Hessische Landesmuseum für Kunst und Natur zeigt Haeckels Bildtafeln in seiner Dauerausstellung „Ästhetik der Natur“ in der dritten Dimension: Einer von vier Themenräumen greift das Phänomen der Formen der Natur wissenschaftlich auf und stellt die Vielfalt und Symmetrien der Lebewesen vor. Ab dem 29. Juni 2019 wird der Formensaal zur Schnittstelle zwischen Kunst und Natur, denn im Rahmen der Eröffnung der Jugendstilsammlung F. W. Neess widmet das Museum Haeckels „Kunstformen der Natur“ einen 500 qm großen Ausstellungsbereich mit zahlreichen grafischen Arbeiten. 

Die abgebildeten Schmetterlinge sind Exponate der Dauerausstellung "Ästhetik der Natur" (©Museum Wiesbaden / Bernd Fickert)
Schmetterlinge in der Dauerausstellung "Ästhetik der Natur" (©Museum Wiesbaden / Bernd Fickert)

Inspirationsquelle und visuelles Erlebnis

Ernst Haeckel (1834-1919) schuf mit seinem zwischen 1899 und 1904 erschienenem Kompendium der „Kunstformen der Natur“ die Inspirationsquelle für zahlreiche Künstler, Kunsthandwerker, Bildhauer, Zeichner und Architekten. Der in Potsdam geborene Naturwissenschaftler, Philosoph und Künstler bereiste die Welt, förderte die Evolutionstheorie Darwins bei seinen Studien über Radiolarien und gründete das Zoologische Museum in Jena.
Am 8. August jährt sich sein Todestag zum 100. Mal. Der Professor für Zoologie ist nicht nur für seine wissenschaftlichen Erkenntnisse der Evolution, Ökologie und Morphologie bekannt. Über 100 ikonische Lithografien fertigte Haeckel auf Grundlage seiner anatomischen und mikroskopischen Studien für sein Werk „Kunstformen der Natur“ an. Sie zeigen auch Lebewesen, die in der erfahrbaren Natur für das menschliche Auge nicht sichtbar sind. Insbesondere Darstellungen von Radiolaren und Plankton aus dem Ozean ermöglichten der breiten Öffentlichkeit ein neues, visuelles Erlebnis einer Wirklichkeit, die im Verborgenen liegt. 

Abgebildet ist die Gebäudefassade des Museums Wiesbaden (©Museum Wiesbaden / Bernd Fickert)
Fassade des Museums Wiesbaden (©Museum Wiesbaden / Bernd Fickert)

Die Gesetze der Natur in der Kunst

Wissenschaftler und Kunstschaffende um die Jahrhundertwende griffen zugleich auf die Bildtafeln Haeckels zurück. Künstler des Jugendstils, deren Schaffen um die Natur kreiste, versuchten die von Haeckel entdeckte Welt und das neue Wissen um die Gesetze der Natur in der Kunst einzufangen. Der Pariser Architekt René Binet nahm beispielsweise eine Radiolarie als Vorbild für das Eingangstor zur Pariser Weltausstellung 1900 am Place de la Concorde, Henry van de Velde griff die symmetrischen Muster im Design seiner Möbel auf. Haeckels Werk wurde zu einer wesentlichen Quelle des Formschatzes des Jugendstils.

Daueraustellung
„Kunstformen der Natur“
im Rahmen der Eröffnung der Jugenstilsammlung F. W. Neess
Ab 29. Juni 2019
Eröffnung : 29. Juni 2019, 19 Uhr
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Museum Wiesbaden
Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur
Friedrich-Ebert-Allee 2
65185 Wiesbaden
Fon 0611 ⁄ 335 2250
Fax 0611 ⁄ 335 2192

www.museum-wiesbaden.de

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